LEHRPLAN UND KURSINHALTE
Der Grundkurs in Veterinärchiropraktik befasst sich schwerpunktmäßig mit der Behandlung von Hunden und Pferden und beinhaltet ein Minimum von 210 Stunden. Die IAVC bietet den Studenten eine ausgiebige Wiederholung von Anatomie, Neurologie und Biomechanik, wichtiger Kenntnisse in Pathologie, Physiologie und Rehabilitation, sowie Vorlesungen über Ethik, Philosophie und gesetzliche Bestimmungen. In den praktischen Übungen werden die speziellen Behandlungstechniken sowie die Untersuchung der Beweglichkeit unterrichtet, sie umfassen des weiteren Topographie und Sektion, sowie den richtigen Umgang mit den Tieren, auch in Bezug auf die Sicherheit des Untersuchers.
(Theorie 135 Stunden, praktische Übungen 75 Stunden)
- Anatomie und Biomechanik
- Funktionelle Neurologie
- Diagnosen in der Tierchiropraktik
- Chiropraktische Techniken am Tier
- Management des chiropraktischen Patienten
- Chiropraktische Themen
- Veterinärmedizinische Themen
- Geschichte und Philosophie der Tierchiropraktik
- Ethische und rechtliche Grundlagen
- Hausaufgaben
Anatomie und Biomechanik
Vergleichende Anatomie: 8 Stunden.
Wichtige Aspekte von Pferde-, Rinder-, Hunde-, Katzen- und Humanosteologie,
Myologie und Syndesmologie werden verglichen und diskutiert. Modelle
von Wirbelsäulen von Pferd und Hund sowie viele andere Knochen
stehen den Studenten zur Verfügung.
Neuroanatomie und Physiologie: 5 Stunden.
Hier werden die Grundlagen der zellulären und physiologischen Prozesse
der Neuronen und des Nervensystems diskutiert. Die Themengebiete umfassen
zelluläre Neuroanatomie und Physiologie, Plexus brachialis, Plexus
lumbosacralis, das autonome Nervensystem und die kranialen Nerven.
Sektion: 8 Stunden.
Die Studenten können die wichtigen anatomischen Strukturen anhand
von frischen Präparaten von Pferd und Hund studieren, palpieren
und vergleichen.
Grundlagen der Biomechanik von Wirbelsäule und Extremitäten:
4 Stunden.
Die normale Beweglichkeit und Mechanik der Gelenke jeder Bewegungseinheit
des Körpers wird besprochen, so dass die Studenten in der Lage
sind, normale von eingeschränkter Beweglichkeit zu unterscheiden.
Weiterführende Biomechanik: 3 Stunden.
Beinhaltet Ganganalysen bei Hund und Pferd, normaler Gang, veränderter
Gang, angewöhnte Gangfehler.
Funktionelle Neurologie
Neurologie: 8 Stunden.
Hier werden die Grundlagen von zellulären und physiologischen Prozessen
in Neuronen und im zentralen und peripheren Nervensystem behandelt.
Funktionelle Neurologie: 7 Stunden.
Diese Lehreinheiten befassen sich mit den funktionellen Aspekten des
Nervensystems bezogen auf die tierchiropraktische Diagnosestellung und
Behandlung. Die Themen umfassen die Entstehung von Gelenksschädigungen,
Mechanorezeption und Propriozeption, Spinale Reflexe und die Regelung
von Nociception und Mechanorezeptoren.
Diagnosen in der Tierchiropraktik
Differenzialdiagnosen der neuromuskulären Beschaffenheit bei
Groß- und Kleintier: 4 Stunden.
In diesen Stunden liegt der Schwerpunkt auf dem Erstellen einer umfassenden
Diagnose unter Berücksichtigung des ganzen Patienten, wie diagnostischer
Hinweise durch das Signalement, Krankengeschichte, Rücksprache
mit anderen Tierärzten, Analyse von Körperhaltung und Gang,
Palpation in Ruhe (Knochen, Muskulatur, Körperoberflächentemperatur,
Fellwechsel, usw.) und Palpation der Beweglichkeit. Besonders berücksichtigt
wird, wie sich die Diagnose mit der tierärztlichen Erstversorgung
verbinden lässt
Palpation der Beweglichkeit: 8 Stunden.
Die Studenten werden geschult, ein Gefühl dafür zu entwickeln,
normale von abnormaler Beweglichkeit in den tierischen Bewegungseinheiten
zu unterscheiden. Dazu wird an Hunden und Pferden geübt.
Bildgebende Diagnostik: 4 Stunden.
Sämtliche bildgebenden Verfahren werden anhand von Bildern besprochen
und analysiert.
Neurologische Untersuchung: 2 Stunden.
Umfassen die klassische neurologische Untersuchung von Hund und Pferd,
inklusive Videodemonstration und Patienten.
Chiropraktische Techniken am Tier
Grundprinzipien der Tierchiropraktik: 4 Stunden.
Faktoren, die die Effizienz, Wirkung, Sicherheit und die Dauerhaftigkeit
der chiropraktischen Behandlung beeinflussen, werden demonstriert und
diskutiert.
Grundprinzipien der Tierchiropraktik, praktische Übungen:
14 Stunden.
Hier werden die oben angeführten theoretischen Grundlagen praktisch
durchgeführt. Die Position von Untersucher und Patient, die Handhaltung
sowie die Kontaktpunkte am Tier werden, unter Berücksichtigung
der Sicherheit von Arzt und Patient, geübt. Um den spezifischen
Stoß, der bei der chiropraktischen Behandlung ausgeführt wird,
besser simulieren zu können, wird dieser an Speederboards trainiert.
Ein weiterer Teil der Übungen besteht in der Lokalisation und Palpation
aller wichtiger Knochenpunkte und topographischer Hinweise an Hund und
Pferd.

Grundlagen der chiropraktischen Techniken am Tier: 23 Stunden.
Die spezifischen Techniken der chiropraktischen Behandlung am Tier werden
demonstriert und diskutiert. Dabei behandelte Körperregionen: Kreuzbein-Becken,
Brust-Lendenwirbelsäule, Halswirbelsäule, Vorderbein, Hinterbein,
Schwanz, Rippen, Kiefergelenk, Schwanz und Schädel.
Grundlagen der chiropraktischen Techniken am Tier, praktische Übungen:
37 Stunden.
Alle Techniken, die zuerst in Theorie gelehrt wurden, werden praktisch
an Hund und Pferd von jedem einzelnen geübt. Alle Techniken des
vorangegangenen Moduls werden praktisch wiederholt. Im letzten Modul
werden vor dem abschließenden Test alle Techniken noch ein drittes Mal
wiederholt und geübt.
Vergleichende chiropraktische Techniken, praktische Übungen:
4 Stunden.
Zumindest 4 verschiedene Arten von chiropraktischen Behandlungen werden
demonstriert und anschließend mit den Studenten diskutiert.
Rehabilitation: 2 Stunden.
Grundlagen von verschieden Techniken.
Management des chiropraktischen Patienten
Grundlagen Fallmanagement: 7 Stunden.
In diesen Unterrichtseinheiten werden die wichtigen Themen der alltäglichen
Praxis wie Probleme mit Leinen und Halsbändern sowie Sattel und
Zaumzeug, Zähnen und Hufen beim Pferd besprochen.
Spezielles Fallmanagement: 6,5 Stunden.
(Alle Themen werden in kleinen Gruppen diskutiert und bearbeitet und
anschließend in der gesamten Gruppe debattiert)
Wiederholung der chiropraktischen Theorien und vertebral subluxation
complex; Definition, Zugang und Anwendung von chiropraktischen Diagnosen
eines vertebral subluxation complex; Verbindung zwischen chiropraktischer
und schulmedizinischer Behandlung im Sinne ganzheitlicher Medizin.
Chiropraktische Themen
Grundlagen der chiropraktischen Theorien und Lehre: 16 Stunden.
Fundamentale Themen der Chiropraktik werden besprochen: Terminologie,
System der Listings, Geschichte der Chiropraktik; vertebral subluxation
complex (VSC).
Chiropraktische Pathologie: 4 Stunden.
Wichtige chiropraktisch-pathologische Veränderungen und wie man
diese mit chiropraktischen Techniken und integrativen Methoden beeinflussen
und behandeln kann.
Veterinärmedizinische Themen
Grundlagen der Veterinärmedizinischen Theorien und Lehre:
16 Stunden.
Fundamentale veterinärmedizinische Themen werden diskutiert: Sicherheit
von Untersucher und Patient, Umgang mit dem chiropraktischen Patient,
Physiologie, Pharmakologie, Zoonosen, metabolische Erkrankungen, Lahmheiten
inklusive Lahmheitsuntersuchung.
Veterinärmedizinische Pathologie: 4 Stunden.
Wichtige pathologische Veränderungen von Groß- und Kleintier aus
veterinärmedizinischer Sicht, die chiropraktische Behandlung dieser
Veränderungen sowie deren Auswirkungen auf die chiropraktische
Behandlung werden besprochen.
Geschichte und Philosophie der Tierchiropraktik
Geschichte: 1 Stunde.
Moderne Geschichte der Tierchiropraktik.
Philosophie: 4 Stunden.
Es wird die Philosophie hinter dem chiropraktischen Zugang zu medizinischen
Problemen und ihr Einfluss auf die Praxis diskutiert.
Ethische und rechtliche Grundlagen
Ethische und rechtliche Grundlagen: 4 Stunden.
Ethische und rechtliche Grundlagen des chiropraktisch tätigen Tiermediziners,
Schwerpunkt der Erstversorgung durch einen Veterinärmediziner,
Chiropraktik als integrierter Bestandteil in die medizinische Versorgung.
Hausaufgaben
Fallstudien:
ab dem 2. Modul muss jeder Student am Beginn einen Fallbericht abgeben.
Zu Anfang sollen nur die durch eigenständige chiropraktische Untersuchungen
erhobenen Befunde beschrieben werden. Ab dem 3. Modul sollten die Fallberichte
umfangreicher ausfallen und das gesamte Fallmanagement umfassen.
Literaturaufgaben:
Zu jedem Modul gibt es Literaturhinweise, die zuhause eigenständig
nachgelesen werden sollen und in den schriftlichen Zwischentestaten
geprüft werden.
Aktuelle Forschungsarbeiten:
wichtige aktuelle Forschungsthemen werden im Kurs diskutiert, die Studenten
sind dazu angehalten Artikel zu diesen Themen zu lesen.







